Train Your Brain!
Unser Gehirn – lateinisch Cerebrum – ist das komplexeste Organ, das die Natur je hervorgebracht hat. Rund 100 Milliarden Nervenzellen arbeiten dort in einem gigantischen Netzwerk zusammen. Diese neuronale Architektur ermöglicht uns, zu lernen, zu erinnern und uns immer wieder neu anzupassen – ein Leben lang.
Lernwunder Kind – und was wir daraus lernen können
Kinder sind wahre Lernmaschinen. Sie begreifen blitzschnell, wie man liest, schreibt oder rechnet – und entwickeln motorische Fähigkeiten mit atemberaubender Geschwindigkeit.
Ich habe das hautnah erlebt: Mein Sohn Bas hat innerhalb eines Jahres seine Tischtennistechnik so verbessert, dass wir inzwischen richtige Matches mit Schmetterschlägen spielen. Meine erste Niederlage? Nur eine Frage der Zeit. Beim Basketball ist sie längst passiert – inzwischen bin ich für meine Söhne nur noch das „Opfer“.
Diese spielerische Lernfreude zeigt, was unser Gehirn leisten kann, wenn es regelmäßig gefordert wird.
Gehirntraining – ein Leben lang
Mit zunehmendem Alter nimmt die Plastizität des Gehirns – also seine Fähigkeit, neue Verbindungen zu knüpfen – ab. Aber sie verschwindet nicht! Genau wie Muskeln oder Ausdauer lässt sich auch unser Gehirn trainieren.
Geistige Aktivität, Neugier und lebenslanges Lernen sind die besten Werkzeuge, um geistig jung zu bleiben.
Was unserem Gehirn schadet
Bevor wir über Training sprechen, sollten wir wissen, was unserem Gehirn schadet – denn die beste Prävention beginnt damit, schädliche Faktoren zu vermeiden:
Ungesunde Ernährung: Eine zu kalorienreiche Kost fördert Insulinresistenz, Fettstoffwechselstörungen und Gefäßschäden.
Bluthochdruck: Er kann zu Mikroangiopathien führen, also zu feinen Gefäßschäden im Gehirn, die kognitive Einschränkungen verursachen.
Rauchen & Alkohol: Beide beeinträchtigen die Kommunikation zwischen Nervenzellen.
Schlafmangel: Ohne ausreichende Regeneration leidet die Gedächtnisbildung.
Hörverlust: Schwerhörigkeit isoliert – und soziale Isolation beschleunigt den geistigen Abbau. Eine frühzeitige Versorgung mit Hörgeräten ist daher Gold wert.
Ein lebendes Beispiel
Mein Vater ist 87 Jahre alt – und sowohl körperlich als auch geistig erstaunlich fit. Er hat mit über 80 wieder angefangen, Tennis zu spielen und steht zweimal pro Woche auf dem Platz. Beim Tischtennis mit den Enkeln hält er noch immer gut mit. Und beim Vereinsschach bleibt er ein gefürchteter Gegner. Was ihn jung hält? Seine unstillbare Neugier. Er will immer noch Neues lernen – und genau das ist das beste Gehirntraining überhaupt.
„Cerebropenie“ – wenn das Gehirn verkümmert
Ohne körperliches Training droht Sarkopenie, also Muskelschwund. Und ohne geistige Aktivität droht das, was ich augenzwinkernd „Cerebropenie“ nenne – Gehirnschwund durch mangelnde Nutzung.
Wer sein Gehirn nicht fordert, riskiert, geistig zu verkümmern – und damit letztlich, seine Autonomie zu verlieren.
Fazit: Train Your Brain!
Ob Schach, Tanzen, Sprachen lernen, Musizieren oder Tischtennis – was Sie tun, ist zweitrangig. Wichtig ist, dass Sie es tun: mit Freude, Neugier und Regelmäßigkeit.
Ihr Gehirn dankt es Ihnen – mit Klarheit, Vitalität und Lebensfreude bis ins hohe Alter.